Der Unterricht

 
Laut Richtlinien hat die Hauptschule in NRW als allgemeinbildende Schule die Aufgabe, ihren Schülerinnen und Schülern Anregungen und Hilfen auf dem Weg zur Mündigkeit zu bieten und ihnen grundlegende Befähigungen zu vermitteln, die zu einer selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Gestaltung des Lebens in einer demokratisch verfassten Gesellschaft notwendig sind. Dabei sollen Erziehung und fachliche Bildung als miteinander verbundene Aufgaben wahrgenommen werden.
 
Neben Einstellungen und Haltungen, Einsichten und Kenntnissen müssen instrumentelle Fertigkeiten und Fähigkeiten sowie die Fähigkeit zum Weiter- und Umlernen vermittelt werden.
 
Bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben spielt die Qualität des Unterrichts eine zentrale Rolle. Sich dessen bewusst, verpflichten sich an der Gutenberg-Schule alle am Unterricht Beteiligten, den Unterricht nach den im Folgenden festgelegten Kriterien für guten Unterricht zu planen und durchzuführen.
 
 
Allgemeine und pädagogische Aspekte
 
1.     Fachliche und didaktische Kompetenz des Lehrers
 
·        Der Lehrer sollte seinen Schülern als Vorbild dienen
 
·        Beherrschung der fachwissenschaftlichen Grundlagen unter Berücksichtigung aktueller Neuerungen
 
·        Unterrichtsphasen orientieren sich an thematischen Leitgedanken
 
·        Unterrichtsinhalte sind problemorientiert erarbeitet und vertieft
 
·        Angemessene Reaktion auf unerwartete Situationen
 
·        Transfer von fächerübergreifenden Themen
 
·        Kooperationsfähigkeit (Zusammenarbeit mit anderen Lehrern)
 
 
 
2.     Zielorientierung
 
·        Altersangemessene Ziele werden gesetzt unter Berücksichtigung der Bildungspläne und schulinterner Absprachen
 
·        Fachspezifische und soziale Kompetenzen sollen erreicht werden
 
·        Ausgewählte Materialien sind motivierend und regen die Schüler zur Eigenaktivität an
 
·        Neugierde und Spaß am Lernen wecken
 
·        Perspektiven aufzeigen für das zukünftige Leben
 
·        Schüler sollen die Schulzeit auch als Vorbereitung auf den zukünftigen Beruf sehen
 
3.     Unterrichtsklima
 
·        Gutes Unterrichtsklima, das durch Lob, Ermutigung und Freundlichkeit gekennzeichnet ist
 
·        Bereitstellung eines motivierenden und angstfreien Lernklimas
 
·        Schüler als Person akzeptieren und ihre Beiträge ernst nehmen
 
·        Förderung des Verantwortungsgefühls und der Rücksichtnahme auf Schwächere
 
·        Selbstverständlichkeit, sich gegenseitig zu helfen und zu fragen
 
·        Mitbestimmung der Schüler bei der Gestaltung des „lernfördernden“ Klassenraums
 
·        Einforderung gegenseitiger Rücksichtnahme und Respekts aller am Unterricht beteiligten Personen
 
·        Frühzeitige, besonnene und angemessene Reaktion des Lehrers auf Störungen
 

·        Lehrer und Schüler sorgen konsequent für die Einhaltung vereinbarter Regeln

·        Vorhandensein eines Systems bekannter und funktionierender Verhaltensregeln, die Lehrer und Schüler miteinander vereinbart haben. Aufgrund der Regeln ist den Schülern klar, was in verschiedenen Phasen des Unterrichts zu tun ist

 
·        Regeln sind verbindlich und gelten für alle
 
·        Nichteinhaltung von Regeln hat Konsequenzen
 
·        Planung der Unterrichtsverteilung
-      Bildung einer Auffangklasse
-         Klasse hat nur wenige Lehrer
 
·        Kooperative Zusammenarbeit bei „schwierigen“ Schülern
 
 
4.     Schülerorientierung
 
·        Information über das genaue Thema und seinen Sinn
 
·        Häufige Bildung von Gruppen zur Förderung des sozialen Lernens
 
·        Schulung der Fähigkeit, sich im Gespräch über Unterrichtsinhalte austauschen zu können
 
·        Individuelle Lernvoraussetzungen einbeziehen (Lernkanäle)
 
·        Berücksichtigung der Lernausgangssituation des Schülers
 
·        Förderung ziel- und sachorientierter Interaktion zwischen den Schülern
 
·        Schulung argumentativer Kompetenz zur Verhinderung aggressiven Verhaltens
 
·        Förderung selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeitens
 
·        Gelegenheiten zur Präsentation der Ergebnisse vor der Klasse zu schaffen
 
·        Rücksichtnahme auf das individuelle Lerntempo
 
·        Differenzierung als Voraussetzung für effektiven, schülergerechten Unterricht
 
·        Rücksichtnahme auf Stärken und Schwächen der Schüler
 
·        Besondere Förderung von Stärken
 
·        Es ist menschlich, Fehler zu machen – aus Fehlern lernen Schüler und Lehrer
 
·        Fehler als Chance für die Klärung von Missverständnissen und zur Förderung nutzen
 
 
5.     Nachhaltigkeit
 
·        Sicherung der erreichten Ergebnisse und Erkenntnisse
 
·        Erwerb und Übung fachübergreifender Kompetenzen
 
·        Übung, Vertiefung und Vernetzung im Sinne eines Spiralcurriculums
 
·        Echtes Lernen, das von Entdeckerfreude, Motivation und Durchhaltevermögen gekennzeichnet ist und auf lange Sicht bleibende Erkenntnisse, Fähigkeiten und Wissen vermittelt, findet nur dann statt, wenn es als sinnvoll erlebt wird
 
 
Fachspezifische Aspekte
 
1.     Mathematik
 
·        Der Aufbau ist logisch, sachlich korrekt und für möglichst viele Schüler nachvollziehbar
 
·        Bei den Schülern werden mathematische Vorstellungen und Begriffe entwickelt und weiterentwickelt. Sie erhalten die Gelegenheit, dabei mündliche und unterschiedliche schriftliche mathematische Darstellungsformen (Tabellen, Text, Bild, Grafik) zu nutzen
 
·        Der Lehrer stellt nach Möglichkeit Realitätsbezüge her und vernetzt verschiedene Inhalte. Die Schüler stellen Vermutungen auf und überprüfen sie mit Hilfe mathematischer Verfahren
 
·        Der Unterricht orientiert sich an den gegenwärtigen und zukünftigen Bedürfnissen der Schüler. Er bereitet sie darauf vor, in ihrem Alltag und in ihrer weiteren Ausbildung ihre mathematischen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten und ebenso mathematische Werkszeuge sinnvoll einzusetzen.
 
·        Die eingesetzten Materialien und die Dokumentation des Unterrichts erlauben eine eigenständige Auseinandersetzung mit den Unterrichtsinhalten
 
·        Die Schüler erhalten Gelegenheit selbstständig Erfahrungen zu sammeln, zu vermessen, zu konstruieren, zu schätzen
 
·        Der sprachlichen Darstellung von mathematischen Gedankengängen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt
 
·        Die Schüler entnehmen mathematische Informationen aus Texten und Tabellen. Sie strukturieren Informationen und verständigen sich darüber mit eigenen Worten und unter Nutzung angemessener Fachbegriffe
 
 
2.     Englisch
 
·        Guter Englischunterricht kann nur gelingen, wenn der Lehrer über eine gute Sprachkompetenz in Englisch verfügt
 
·        Er sollte in der Lage sein, landeskundliche Themen zu vermitteln
 
·        Literarische Inhalte werden vermittelt in Form von englischen Liedtexten und Gedichten, von Limericks und von einfachen Lektüren
 
·        Ziel des Englischunterrichts ist es, Kommunikation zu ermöglichen, das heißt, Sprechanlässe zu schaffen, Sprachmuster einzuüben und diese auf andere Situationen zu übertragen
 

·        Abgesehen von pädagogisch begründeten Ausnahmen, sollte der Englischunterricht einsprachig durchgeführt werden

·        Die Schüler lernen die für den Spracherwerb wichtigen Fertigkeiten: Hörverstehen, Hörsehverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben und den Umgang mit Nachschlagewerken
 
·        Die Schüler werden ständig ermutigt, sich in der englischen Sprache zu äußern. Dabei werden Fehler, die das Verständnis nicht beeinträchtigen, toleriert
 
·        Die Einbeziehung offener Unterrichtsformen eröffnet Möglichkeiten, die Sprache angstfrei, selbstständig und differenziert einzuüben und zu festigen
 
·        Im Englischunterricht bieten sich folgende offene Unterrichtsformen an:
 
Lernen an Stationen und freies Bearbeiten von situativen Wahlangeboten. Dabei wird auf unterschiedliche Sozialformen geachtet. Berücksichtigt werden sollte auch der spielerische Umgang mit der Sprache.
 
 
3. Deutsch
 
Beschreibung der pädagogischen Arbeitsfelder
 
Klassenstufe 5/6
 
Arbeitsschwerpunkte
 
·        Wiederholung und Festigung von Grundkenntnissen aus der Grundschulzeit
 
·        Systematisches Erarbeiten und Einüben von Arbeitstechniken
 
·        Einüben von Arbeits- und Sozialformen
 
·        Einführung in offene Unterrichtsformen, z. B. Projektarbeit, Freiarbeit usw.
 
·        Schulung von eigenverantwortlicher, selbstständiger und sorgfältiger Arbeit
 
·        Festigung der deutschen Sprache als Verständigungs- und Unterrichtssprache (Schwerpunkt: Maßnahmen zur Förderung der Lesekompetenz, auch durch Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei, Vorbereitung und Durchführung des Vorlesewettbewerbs)
 
 
Pädagogische Schwerpunkte
 
·        Kennenlernen der Schule und der Schulnachbarschaft, Einbindung von Themen aus der Verkehrserziehung, z. B. „der sichere Schulweg“
 
·        Bildung und Förderung des Gemeinschaftsempfindens Einsatz des „Fairmobils“
 
·        Förderung und Stärkung der Ich-Identität
 
·        Nutzung der Angebote einer Ganztagsschule
 
► Arbeitsgemeinschaften
► klassenübergreifende Projektwochen
► Schulmannschaften
► Schulunternehmungen
► Besichtigungen
► Besuch von Aufführungen
► Förderunterricht
► Hausaufgabenbetreuung
 
·        Überprüfung der etwaigen Einleitung eines AO-SF Verfahrens
 
Wünschenswert:
Wenn viele Fächer sich auf nur wenige Lehrer verteilen, kann man zu einem offeneren Stundenplan kommen, jeweils ausgerichtet an aktuellen Gegebenheiten und Notwendigkeiten, indem man spontane Unterrichtsblöcke bildet oder vorhandene auflöst.
 
 
 
 
 
 
 
Klassenstufe 7/8
 
Arbeitsschwerpunkte
 
·        Ausbau der Projektarbeit
 
·        Ausbau des Erwerbs von Arbeitstechniken
 
·        Einführung und Durchführung der Leistungsdifferenzierung in Mathematik und Englisch (Hilfestellung durch Förderunterricht)
 
·        Einführung und Umgang mit der Computertechnik
 
·        Berufswahlvorbereitung
 
·        Vorbereitung auf das 1. Praktikum in der Jahrgangsstufe 8
 
 
Pädagogische Schwerpunkte
 
·        Gezielte Förderung von Team- und Kleingruppenarbeit
 
·        Förderung multikultureller Projekte
 
·        Schwerpunkt: Mädchenarbeit
 
·        Ausbildung von Streitschlichtern (AG)
 
·        Wachsende Beteiligung bei der Gestaltung einer Ganztagsschule
 
► SV
► Spieleraum
► Zusammenarbeit mit dem benachbarten Jugendzentrum
► Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei
 
 
Klassenstufe 9/10
 
Berufsfindung
 
·        3-wöchiges Praktikum mit anschließender Dokumentation und Ausstellung
 
·        regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Berufsberater des Arbeitsamtes
 
·        Betriebsbesichtigungen
 
·        Besuch des Berufsinformationszentrums des Arbeitsamtes (BIZ)
 
·        Nutzung des Internets zur Informationsbeschaffung
 
·        Information über weiterführende berufsbildende Schulen
 
·        Einsatz eines Berufseinstiegsbegleiters – Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Institution „lernen fördern“
 
·        Teilnahme am Projekt „Schulpatenschaften Lengericher Betriebe“
 
·        Teilnahme am „Girls’ Day“
 
 
Selbstständiges Lernen
 
·        Internetnutzung zur Informationsbeschaffung
 
·        Präsentation der Arbeitsergebnisse durch Referate, Plakate, Power Point u. a.
 
·        Vorbereitung auf die zentralen Abschlussprüfungen mit Hilfe von selbstständig zu bearbeitenden Arbeitsmaterialien
 
 
Kennenlernen öffentlicher Institutionen und Einrichtungen
 
·        Banken
 
·        Versicherungen
 
·        Ämter / Stadtverwaltung
 
·        Teilnahme am Börsenspiel
 
 
 
 
Gesundheits-, Sucht- und Drogenberatung
 
·        Zusammenarbeit mit Beratungslehrern der Schule
 
·        Zusammenarbeit mit außerschulischen Beratungsstellen
 
·        Vorträge
 
·        Arbeitsgemeinschaft „Erste Hilfe“
 
 
Sonstige Projekte
 
·        Vorbereitung und Durchführung der Entlassungs- und Abschlussfeier
 
·        Vorbereitung und Durchführung der Abschlussfahrt
 
·        Schülerpatenschaft für Schüler der Klassen 5
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