Methodenkompetenz

 

Methodenkompetenz ist ein pädagogischer Fachbegriff, der sich auf die Fähigkeit bezieht, einen bestimmten Lernstoff auf möglichst effektive Weise (Methode) zu behandeln. Schülerinnen und Schüler entwickeln beispielsweise Lernstrategien und Arbeitsweisen durch den zunehmend bewussten und gezielten Einsatz unterschiedlicher Techniken und Verfahren bei der Bearbeitung von Aufgaben.
 
Methodenkompetenz umfasst die Fähigkeit, sich unterschiedliche Lern- und Wirklichkeitsbereiche zunehmend selbstständig zu erschließen. Im Unterricht werden Schülerinnen und Schüler an geeignete methodische Instrumentarien im Rahmen von konkreten Aufgaben und Projekten herangeführt.
 

►        Methodenkompetenz ist die Fähigkeit, Methoden zu 

           kennen und anzuwenden um Problemstellungen anzugehen und

           strukturiert zu lösen.

 
Das Lernen in der Schule soll folgende Bereiche umfassen (siehe Anhang: „Vier Ebenen erweiterten Lernens“):
 
  1. Inhaltlich-fachliches Lernen
  2. Methodisches Lernen
  3. Kommunikatives Lernen
  4. Soziales Lernen
 
Der Bildungswert des Methodenlernens:
 
Selbstständiges Arbeiten, Planung, Organisation, Problemlösung, Auswertung von Informationen, kritisch-konstruktive Argumentation. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine persönliche Autonomie und Handlungskompetenz entwickeln.
 
 
Klippert unterteilt die Methodenkompetenz in:
 
  1. Zentrale Makromethoden (Gruppenarbeit, problemlösendes Vorgehen, Projektmethode, …)
  2. Elementare Lern- und Arbeitstechniken (Markieren, Strukturieren, Nachschlagen, Gliedern, Visualisieren, …)
  3. Elementare Gesprächs- und Kooperationstechniken (Freie Rede, Fragetechniken, Präsentation, Aktives Zuhören, Stichwortmethode, …)
 
 
Es genügt nicht mehr, dass Schule sich auf die Vermittlung von Fachwissen beschränkt. Es ist erforderlich, den Schülerinnen und Schülern das Know How für das Lernen zu vermitteln. Daher muss Schule in Zukunft einen Teil der Unterrichtszeit für die Vermittlung von Methodenkompetenz verwenden, auch wenn das zunächst scheinbar zu Lasten des Fachwissens geht. Langfristig sollten Sequenzen von Fachinhalten und Methoden vermittelt werden, mit dem Ziel, selbstständig und effektiv zu lernen.
 
Um das Ziel der Methodenkompetenz zu erreichen, sind drei Aspekte zu berücksichtigen:
 
  • Die Vermittlung der Methode selbst
 
  • Die Reflexion über den eigenen Lernprozess
 
  • Die Verknüpfung von Methodenlernen und fachlichem Lernen.
 
Folgende Kriterien sind beim schulinternen Curriculum zu berücksichtigen:
 
  • Systematisch, sowohl in zeitlicher Abfolge als auch im inhaltlichen Aufbau (vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Komplexen), werden Themenbausteine an Schwerpunkttagen vermittelt.
 
  • Die Vermittlung folgt lernbiologischen und –psychologischen Prinzipien (altersgemäße Inhalte, Vermittlung von kleinen Portionen, gehirngerechtes Lernen, ständiges Wiederholen und Vertiefen).
 
  • Der Ansatz ist spiralcurricular aufgebaut (Inhalte werden im Laufe eines Schuljahres und jeweils von Schuljahr zu Schuljahr systematisch wiederholt und vertieft).
 
  • Die Vermittlung der Methoden ist leicht praktikabel (keine langen Einarbeitungszeiten, leichte Umsetzung).
 
  • Der Ansatz ist fächerübergreifend und integrativ (Methoden lassen sich auf die einzelnen Fächer übertragen).
 
  • Das Konzept ist handlungsorientiert (Schüler lernen durch eigenes Handeln).

 

 

 
 
 
 
 
 
Methodenkompetenz und Lernen lernen
 
Für die Unterrichtspraxis an unserer Schule könnte ab Klasse 5 folgendes Modell laufen:
 
  1. Es findet ein Methodentag zu Beginn des Schuljahres statt, um das Modell zu erklären und einzuführen.
 
  1. Die Schülerinnen und Schüler erstellen eine Lern- oder Methodenmappe, die in Klasse 5 begonnen und in den folgenden Jahrgängen ergänzt wird. Dabei ist es wichtig, methodische Strategien zu wiederholen, zu vertiefen und zu festigen.
 
  1. Beispiele und Erklärungen zum Methodenkonzept (s. Schaubild und Anhang).
 
 
Methodenkompetenz Klasse 5
Bausteine für eigenständiges Lernen
Lernen braucht Methode
 
 
  1. Lerntypenbestimmung: siehe
-         Lerntypentest
 
  1. Heftführung/Mappenführung: siehe
-         TÜV für Hefte und Mappen
-         Beurteilung von Mappen
 
  1. Arbeitsplatz (Schule und Zuhause): siehe
-         Checkliste für meinen Arbeitsplatz
-         Checkliste für den nächsten Tag
-         So sieht mein Arbeitsplatz aus
 
  1. Hausaufgaben: siehe
-         Hausaufgabenleiter
-         Wie sollen Hausaufgaben gemacht werden?
 
  1. Zeitmanagement: siehe
-         „Überlernen“ – Motto
 
  1. Auswendiglernen mit System: siehe
-         Wie übe ich optimal?
-         Wie behalte ich besser?
 
  1. Information: siehe
-         Beschaffung: siehe Baustein „Einsatz der neuen Technologien“
-         Markieren / Strukturieren
 
 
  1. Präsentation der Ergebnisse: siehe
-         Plakate, Wandzeitung
-         Sammelmappe
-         Referate

 

 

Klassen 6-10
Vertiefen der Methodenkompetenzen
 
Zusätzliche Methoden
 
Klasse 6:          Lesetechniken
                       Nachschlagen im Wörterbuch
 
Klasse 7:          Klassenarbeiten
                       siehe    - immer Stress mit Klassenarbeiten
             - Strickleiter zum Erreichen eines guten Ergebnisses
 
Klasse 8:          Referat
                       Mindmapping
 
Klasse 9:          Protokoll
                       siehe Selbsteinschätzung einer Arbeitsorganisation
 
Klasse 10:        Argumentieren
 
 
Der Anhang befindet sich zur Einsichtnahme in der Gutenberg-Schule.
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