Das Konzept zum Gemeinsamen Unterricht

    1.     Vorwort

 
2.     Die Gutenberg-Schule
a)     Zur Situation der Schule
b)    Klassenbildung
c)     Räumliche Situation
 
3.     Voraussetzungen
a)     Klassenzusammensetzung
b)    Zusammensetzung der Fördergruppen
c)     Schulorganisatorische Voraussetzungen
d)    Räumliche Voraussetzungen
e)     Personelle Voraussetzungen
 
4.     Integrative Beschulung
a)     Integrative Lerngruppe
b)   Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der Integrativen Lerngruppe im Klassenverband
c)     Geeignete Methoden für die Integrative Lerngruppe im Klassenverband
d)    Möglichkeiten der äußeren Differenzierung
e)     Förderschwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung
 
5.     Leistungsbeurteilung
 
6.     Elternarbeit
 
7.     Fortbildungen
 
8.     Das Verstärkungssystem
 
9.     Erfahrungsbericht 
 
 
  Schulorganisatorische Voraussetzungen
 
Die Gutenberg-Schule ist eine Hauptschule in Ganztagsform.
Der Unterricht findet statt in der Zeit von 8.20 bis 13.30 Uhr.
An 3 Tagen in der Woche endet der Unterricht um 15.50 Uhr.
Im Nachmittagsunterricht wird Unterricht in musischen Fächern und im Förderunterricht erteilt sowie AGs angeboten. In der Mittagspause haben die Schüler die Möglichkeit, eine warme Mahlzeit einzunehmen.
 
Die Klassen werden nach der Stundentafel der Hauptschule unterrichtet. Ziel ist es, dass der Unterricht weitestgehend im Klassenverband (Teamteaching) gehalten wird.
 
Im Fach Mathematik erhalten 4 SmsF gesonderten Mathematikunterricht, der ihrem Leistungsvermögen angepasst ist. Alle anderen Fächer werden mit innerer – und nach Bedarf äußerer – Differenzierung und häufigem Methodenwechsel im Klassenverband unterrichtet.

 Personelle Voraussetzungen

Es ist das Ziel, die Klassen mit möglichst wenig verschiedenen Fachkollegen zu versorgen, damit eine enge persönliche Beziehung zwischen Lehrern und Schülern aufgebaut werden kann. Zudem vereinfacht dies die Kommunikation zwischen den Fachkollegen und erleichtert das fächerübergreifende Arbeiten. Seite. In allen Hauptfachstunden ist mindestens eine Doppelbesetzung gewährleistet. Die Stunden, in denen keine Sonderpädagogen zur Verfügung stehen, werden  von  Mitgliedern des Kollegiums als zweite Kraft abgedeckt.
Obwohl der Wechsel von der Grundschule zu einer Hauptschule mit Ganztagsbetrieb eine große Umstellung für die Schüler bedeutet hat, entsteht der Eindruck, dass die Schüler sich schnell eingelebt haben und sich sehr wohl fühlen, nicht zuletzt aufgrund des rhythmisierten Schulalltags und der gemeinsamen Mittagspause.
 
 
4. Integrative Beschulung
 
Der Grundgedanke der integrativen Beschulung besteht darin, dass die Förderkinder soviel wie möglich im Klassenverband und soviel wie nötig im Differenzierungsraum unterrichtet werden, mit dem Ziel, dass alle Schüler der Klasse nach ihren Möglichkeiten gefördert und gefordert werden.
 
a) Integrative Lerngruppe
 
Integrative Lerngruppe bedeutet, dass SmsF zieldifferent unterrichtet werden. Durch die den Schülern zustehende sonderpädagogische Förderung und die besondere Situation der Doppelbesetzung wird ihnen ermöglicht, weitestgehend am Unterricht der Regelklasse teilzunehmen. Dies ermöglichen Maßnahmen der inneren und äußeren Differenzierung. Hier ist immer die individuelle Unterstützung der Förderkinder oder anderer schwacher Schüler von Bedeutung.
 
b) Ziele, Möglichkeiten und Grenzen der Integrativen Lerngruppe im Klassenverband
 
Ziel der Integrativen Lerngruppe ist es, dass die SmsF sozial in die Klassengemeinschaft integriert werden. Sie müssen sich in dieser Gemeinschaft wohl fühlen, damit sie Schulfreude und Lernmotivation aufbauen und festigen können. Insgesamt sollte der Unterricht so gestaltet werden, dass selbstständiges, soziales und eigenverantwortliches Lernen ermöglicht wird.
Aus der Konfrontation mit der Andersartigkeit kann die Bereitschaft der Toleranz und Akzeptanz des Anderen erwachsen. Alle Beteiligten können miteinander und voneinander lernen. Es erfolgt eine Förderung aller Schüler gemäß ihrer individuellen Lernvoraussetzungen, d.h. alle Kinder lernen niveaudifferenziert am gleichen gemeinsamen Lerngegenstand.
Die Schüler werden zieldifferent gemäß den Richtlinien der ihnen entsprechenden sonderpädagogischen Schwerpunkte unterrichtet. Daraus ergeben sich besondere Grenzen für die gemeinsame Unterrichtsgestaltung. Eine weitere Notwendigkeit zur Differenzierung ergibt sich daraus, dass die Förderkinder teilweise mit dem Stundenraster überfordert sind und zwischendurch Erholungsphasen benötigen. Hinzu kommt, dass sie oftmals längere Zeitabschnitte benötigen, um an den für sie wichtigen Themen zu arbeiten. Deshalb werden für die SmsF individuelle Förderpläne erstellt. Außerdem bedürfen sie in der Schule einer besonderen Obhut und eines überschaubaren Bezugsrahmens. Als besondere Hilfen hierfür sind die Rhythmisierung des Schultags sowie die Betreuung auf den Schulwegen zu nennen.
 
c) Geeignete Methoden für die Integrative Lerngruppe im Klassenverband
 
Alle Methoden, die eine Binnendifferenzierung ermöglichen, eigenen sich in besonderem Maße, wie z.B. Stationenlernen, Projektunterricht, Wochenplanarbeit und Freiarbeit.
Beim Stationenlernen wird den Schülern themengleiches Material in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen und Umfang bereitgestellt, um ein individuell angemessenes Arbeiten zu ermöglichen.
Mit der Methode des projektorientierten Arbeitens werden die unterschiedlichen Talente und Vorlieben der Schüler gefordert, indem sie ihren Fähigkeiten entsprechend zur Aufgabenlösung beitragen. Bei der Gruppenzusammensetzung muss darauf geachtet werden, dass die Mitglieder untereinander sich bestmöglich unterstützen können. So sind auch die Förderkinder in der Lage, einen ihnen entsprechenden wichtigen Beitrag zu liefern.
Die Wochenpläne werden für die Förderkinder individuell nach deren Leistungsstand zusammengestellt. Thematisch sind alle Wochenpläne aneinander angeglichen.
Im Rahmen der Freiarbeit erhalten die Schüler ein reichhaltiges Materialangebot. Dieses sollte alle Sinne ansprechen und das unterschiedliche kognitive Niveau der Schüler berücksichtigen. Dadurch, dass unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten angeboten werden, wird das selbstständige Lernen der Schüler gefördert.
Durch unterschiedliche Sozialformen wie z.B. Gruppen- und wechselnde Partnerarbeit sollen die Schüler gegenseitiges Helfen, Loben, Kommentieren und den gegenseitigen Respekt voreinander als notwendig erfahren.
In Phasen des gelenkten Unterrichtsgesprächs ist darauf zu achten, die Förderkinder mit geeigneter, vereinfachter Fragestellung am Gespräch und am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen.
Indem die Schüler die Möglichkeit haben, bei ausgewählten Materialien ihre Ergebnisse selbst zu überprüfen und Stellung zu den Arbeitsergebnissen anderer zu nehmen (z.B. im Stuhlkreis), lernen sie Eigenverantwortung. Die Eigenverantwortung wird auch gefördert dadurch, dass die Schüler am Ende jeder Stunde ihr Sozialverhalten und ihre Unterrichtsbeteiligung mittels eines Punktesystems selbst einschätzen. Bei Erreichen einer festgelegten Tagespunktzahl werden sie durch eine gemeinsame Unternehmung belohnt.
Das Einhalten von Regeln wird zusätzlich im „Magic Circle“ von der Beratungslehrerin der Schule mit den Schülern trainiert. Dadurch lernen sie, sich fair ihren Mitschülern gegenüber zu verhalten.
Der Einsatz von musischen Elementen (z.B. Phantasiereisen, Entspannungsmusik…) hat sich in vielen Bereichen als förderlich erwiesen.
 
d)    Möglichkeiten der äußeren Differenzierung
 
Schon bald nach Beginn des Projektes wurde deutlich, dass es sinnvoller war, einige Förderkinder in Mathematik und Englisch separat zu unterrichten, da sie im Klassenverband nicht adäquat gefördert werden konnten. Während dieser Stunden befinden sich die Fördergruppen in einem Differenzierungsraum.
Im Fach Deutsch und in allen anderen Fächern werden die Schüler im Klassenverband unterrichtet und erhalten, je nach Bedarf, Zusatzmaterialien oder differenziertes Material. Im Stundenplan fest verankert sind Ergänzungsstunden sowie Förderstunden im Nachmittagsbereich, in denen alle Schüler, besonders aber die SmsF, den behandelten Lernstoff festigen.
 
e)     Förderschwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung
 
Im Anhang befindet sich die Vorlage des Förderplans der Mittelstufe, der die Ausrichtung der sonderpädagogischen Förderung darstellt. Hier werden Schwerpunkte in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, kognitive Fähigkeiten, Verhalten, Mathematik und Deutsch aufgeführt.
 
 
5. Leistungsbewertung
 
Die Leitungsbewertung erfolgt nach den Richtlinien der Förderschule. Dies bedeutet, dass keine Noten gegeben werden sondern vielmehr die Leistungen beschreibend dargestellt werden. Dabei orientiert sich die Beurteilung grundsätzlich an den Stärken der Schüler.
 
 
 
 
6. Fortbildungen
 
Die in diese Maßnahme eingebundenen Lehrerinnen und Sonderpädagogen
sind Mitglieder folgender Arbeitskreise:
 
-         Regionaler Arbeitskreis
Integrative Lerngruppen/Sonderpädagogische Fördergruppen Sek. I
Regierungsbezirk Münster
 
-         Arbeitskreis GU des Kreises Steinfurt
 
 
7. Das Verstärkungssystem
 
Punktesystem in den integrierten Lerngruppen der Gutenberg-Hauptschule
 
Das grundsätzliche Ziel des Punktesystems ist es, dass positives Verhalten erreicht werden soll. Dies soll durch eine positive Verstärkung des angemessenen Verhaltens erreicht werden. Somit wird verhindert, dass sich die Lehrkräfte vermehrt mit unerwünschtem Verhalten beschäftigen müssen. 
Konkret sieht das System wie folgt aus:

-         In den Klassen ist ein zentrales Verhaltensprotokoll (eine Punkteliste) für die Schülerinnen und Schüler installiert. Es protokolliert das positive Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten.

-         In jeder Stunde kann jede Schülerin und jeder Schüler drei Punkte erreichen.

-         Auch der Fachunterricht wird mit Hilfe des Verhaltensprotokolls einbezogen.

-         Bei der Reflexion des Verhaltens für die Punktevergabe werden die Schülerinnen und Schüler mit einbezogen, indem sie ihr Verhalten möglichst selbst einschätzen. Wichtig ist, dass die Lehrkräfte hierbei das positive Verhalten in den Mittelpunkt der Reflexion stellen.

-         Aus der Summe der erzielten Punkte ergibt sich dann, ob ein Schüler einen Tagespunkt erreicht hat. So müssen zum Beispiel an einem Unterrichtstag mit sechs Stunden (und somit 18 möglichen Punkten) mindestens 15 Punkte erreicht sein, um einen Tagespunkt zu erhalten.

-         Die erzielten Tagespunkte werden im Klassenraum für alle einsehbar dokumentiert.

-         In regelmäßigen Abständen werden so genannte „Punkteaktionen“ durchgeführt. Dies sind für die Schülerinnen und Schüler interessante Angebote wie zum Beispiel „Spielstunden“. Nur die Schülerinnen und Schüler, die über genügend Tagespunkten verfügen, dürfen an dieser Aktion teilnehmen. Dabei ist es wichtig, dass die dafür notwendige Punktzahl zu Beginn des Geltungszeitraums bekannt gegeben wird.
 
 
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