Förderkonzept
Die Ausgangslage
Die Ausgangslage und damit die Notwendigkeit des Förderunterrichts ergibt sich aus der besonderen Zusammensetzung der Schülerschaft der Schule. Diese wiederum resultiert aus der Besonderheit der Bevölkerungsstruktur der Stadt Lengerich. So sind von den derzeit 23.256 Einwohnern ca. 10% Ausländer (Migranten), davon ca. 1000 türkische Mitbürger. In der Bevölkerungszahl enthalten sind weiterhin eine große Zahl Asylbewerber sowie ein erheblicher Anteil von Aussiedlern.
In den zuletzt genannten drei Bevölkerungsgruppen hat ein Großteil wenige bis mittlere Deutschkenntnisse, überwiegend nur im mündlichen Bereich. In den Familien wird vorherrschend die Muttersprache gesprochen. Die schulpflichtigen Kinder haben deshalb bereits in der Grundschule Lernschwierigkeiten und werden später überwiegend der Hauptschule zugewiesen.
Der Anteil dieser Schülergruppe liegt bei knapp 50%. Dazu kommen erziehungsschwierige Kinder und Jugendliche aus Wohngruppen des Westfälischen Jugendheims Tecklenburg. Eine weitere Problemgruppe sind deutsche Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien oder zerrütteten Familienverhältnissen.
Seit Beginn des Schuljahres 2006/07 besuchen auch lern- und körperbehinderte Kinder den Unterricht der Gutenberg-Schule in zwei „Integrativen Lerngruppen“.
Die Fördermaßnahmen umfassen in erster Linie Sprach- und Lernförderung, müssen aber auch den sozialen Bereich einbeziehen.
Besonders gefördert werden sollen also Schülerinnen und Schüler,
Ø mit Sprachproblemen (Migrationshintergrund),
Ø mit Leistungsdefiziten in Hauptfächern,
Ø mit Lernstörungen (GU),
Ø mit Legasthenie- (bzw. Dyskalkulieproblemen,)
Ø (mit Verhaltensauffälligkeiten (Stören, Schwänzen, Unpünktlichkeit, …).)
Zielsetzung
Mit dem Förderkonzept werden folgende Ziele angestrebt:
· Erwerb sprachlicher Kompetenz in Wort und Schrift (Integrationshilfe)
· Verbesserte Kenntnisse und Fähigkeiten in den Schulfächern
· Erfolgserlebnisse durch verbesserte Leistungen (Qualitätssteigerung), damit
· Lernfreude wecken
· Wohlfühlen in der Schule
· Bessere Zeugnisnoten, dieWiederholung von Klassen möglichst zu vermeiden, Erwerb eines Schulabschlusses, damit höhere Chancen beim Einstieg in das Berufsleben
Förderunterricht im Fach Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund
1. Feststellung des Förderbedarfs bei Schülern mit keinen oder sehr geringen
Sprachkenntnissen („Seiteneinsteiger“)
· auf Zeugnisse zurückgreifen
· Gespräch
· Test zur Feststellung der Sprachkompetenz (s. Anhang, nach Vorlagen vom Schulamt der Stadt Münster)
Das Gremium zur Feststellung des Förderbedarfs soll möglichst immer aus denselben Personen bestehen (3-4 Personen, darunter ein Deutschlehrer, Herr Becker bzw. Herr Yildirim und demjenigen, der fördert).
2. Leitfaden zur Förderung
Deutsch soll wie eine Fremdsprache lehrgangsmäßig unterrichtet werden. Lehrbuch: „Dasda“, Lehr- und Arbeitsbuch. Je nach Vorkenntnissen beginnend mit Band 1. Dieses Buch könnte im Rahmen der Lehrmittelfreiheit als Eigenanteil der Eltern angeschafft werden, da z.B. Englischbücher für diese Schüler entfallen. Der Förderunterricht soll immer im gleichen Raum stattfinden, damit Lehr- und Lernmittel (z.B. ergänzende Arbeitsblätter zum Lehrwerk) dort griffbereit
deponiert werden können. Vorschlag: Schülerbücherei
Gefördert werden soll in 2 Stufen:
Stufe 1: Schüler ohne Deutschkenntnisse
Die Schüler sollen parallel zum Klassenunterricht und zusätzlich nachmittags am
Förderunterricht teilnehmen (mindestens 10Std./Wo.). Ausgenommen sind die
Fächer Sport, Kunst, Textil, Musik, Hauswirtschaft und Technik.
Stufe 2: Schüler mit geringen Deutschkenntnissen
Die Schüler sollen am Unterricht der Regelklasse teilnehmen, gefördert wird parallel zu den Stunden folgender Fächer: Religion, Kunst, Musik und
Textilgestaltung. Zusätzlich sollen die Schüler den Nachmittagsunterricht besuchen.
3. Überprüfung der Förderziele
Eine pädagogische Konferenz, die der Zeugniskonferenz zeitlich vorgeschaltet ist, stellt die erreichten Förderziele fest und gibt eine Empfehlung hinsichtlich des weiteren Förderbedarfes sowie des Bildungsweges. Sie besteht aus dem/der Klassenlehrer/in, dem/der Förderlehrer/in Herrn Becker und/oder Herrn Yildirim.
Förderunterricht im Fach Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund in den Klassen 7-9
Die Schwerpunkte des Förderunterrichts liegen in folgenden Bereichen:
- Erwerb von Basisqualifikationen in der deutschen Sprache (als Voraussetzung zur Teilnahme am Regelunterricht)
- weiterführende Sprachförderung zum Ausbau der sprachlichen Kompetenz (Lesekompetenz, Schreibkompetenz/Rechtschreibung, Sprachrichtigkeit)
- Ausbau fachsprachlicher Kompetenzen
- Förderung der Sozialkompetenz, Arbeitshaltung, Methodenkompetenz
Feststellung des Förderbedarfs und Leitfaden des Förderunterrichts:
- Der Förderbedarf für Schüler mit Migrationshintergrund wird durch den Deutsch- bzw. Förderlehrer aufgrund von Klassenarbeiten und Beobachtungen des vorangegangenen Unterrichts festgestellt. Als zusätzliche Kontrolle und Hilfe werden bestimmte Fähigkeiten den Kernlehrplänen entsprechend jeweils am Ende der Klassen 6, 7 und 8 mit Hilfe eines Tests (Klasse 8: Lernstandserhebungen) erfasst und protokolliert. Die Testbögen für die jeweiligen Klassenstufen werden vom Deutschlehrer ausgewertet.
Aufgrund der Ergebnisse erhalten die Schüler dann in den Klassen 7,8 und 9
speziellen Förderunterricht.
- Der Förderunterricht erfolgt durch Differenzierungsmaßnahmen parallel zum Deutschunterricht.
- Individuelle Pläne werden vom Deutsch- bzw. Förderlehrer erstellt.
- Nach jedem Schuljahr wird der Ist-Zustand der Schüler neu ermittelt und dokumentiert.
- Ordner mit Fördermaterial wird von den Fachlehrern erstellt.
- Es erfolgt eine regelmäßige Rücksprache zwischen Förderlehrer, Deutschlehrer und Klassenlehrer.
Förderunterricht
Name: ________________ Vorname: ______________ Klasse: _____ Schuljahr: _______
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Festgestellter Förderbedarf:
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Datum/
Unter-schrift
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Empfohlene Fördermaßnahmen:
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Datum/
Unter-schrift
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□ Benachrichtigung der Eltern □ Gespräch mit den Eltern
Zugewiesen zur Fördergruppe:
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Datum/
Unter-schrift
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Merkmale des Förderunterrichts für die Klassen 5 und 6 im Nachmittagsbereich
- Förderunterricht am Nachmittag in den Klassen 5 und 6 soll sich vorrangig auf die gezielte Hilfe bei der Hausaufgabenanfertigung erstrecken. Die dabei festgestellten individuellen Lerndefizite können dann gefördert werden.
- In den Klassen 5 und 6 werden die Fördergruppen nach Klassenzugehörigkeit der Schüler eingeteilt.
- Die Gruppenstärke soll maximal 12 Schüler betragen.
- Für diesen Förderunterricht sollen möglichst die in den Hauptfächern unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer oder wenigstens Fachlehrerinnen und Fachlehrer aus den Klassen eingesetzt werden.
- Auf der Erprobungsstufenkonferenz wird darüber beraten, ob weitere Schülerinnen und Schüler als die gemeldeten am Förderunterricht teilnehmen müssen.
- Schüler/innen aus den Klassen 5 und 6, die vor 15.30 Uhr mit ihren Hausaufgaben fertig sind, werden nach der Kontrolle ihrer Aufgaben in einer Auffanggruppe betreut. Eine/r von den drei Hausaufgabenbetreuungslehrern oder ein/e zusätzliche/r Lehrer/in leitet diese Gruppe. Es stehen Lernspiele und zusätzliches Übungsmaterial zur Verfügung.
- Durch ausgewählte Spiele wird das Lern- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler trainiert. Ein Verlassen des Förderunterrichts vor 15.30 Uhr ist nicht erlaubt.
- Die Teilnahme am Förderunterricht ist verpflichtend jeweils für ein Schulhalbjahr.
- Es gibt Vordrucke für die Elternbenachrichtigung und Einverständniserklärung zu Beginn eines Schuljahres.
Förderunterricht in den Klassen 7 bis 10
- Ab Klasse 7 erfolgt die Einteilung der Fördergruppen wegen der Differenzierung in den Fächern Mathematik und Englisch nach Hauptfächern, um die Schülerinnen und Schüler optimal unterstützen zu können.
- Im Förderunterricht am Nachmittag erhalten einzelne Schülerinnen und Schüler gezielte Hilfen zum Erstellen ihrer Hausaufgaben und/oder bei Lernschwierigkeiten in den Hauptfächern.
- Diese Fördergruppen sind nach Fächern und /oder Kursen sowie nach dem Leistungs-stand differenziert.
- So wird neben den normalen Fördergruppen pro Jahrgang und Hauptfach eine Gruppe eingerichtet, in der die Schülerinnen und Schüler, die in einer Klassenarbeit eine nicht ausreichende Leistung erzielt haben, die in der Arbeit überprüften Lerninhalte aufarbeiten. Die Teilnahme an dieser Maßnahme ist verpflichtend. Folgender Ablauf ist hierbei einzuhalten:
- Schriftliche Mitteilung für Schülerinnen und Schüler und Erziehungsberechtigte (wird in das Arbeitsheft unter/hinter der Arbeit eingeklebt), in der die Defizite benannt werden und in der mitgeteilt wird, dass er/sie in den nächsten Wochen am nachmittäglichen Förderunterricht der entsprechenden Gruppe teilzunehmen hat.
- Aushändigen eines individuellen Förderplanes an den Schüler/die Schülerin durch den Fachlehrer/die Fachlehrerin, mit dem ihm/ihr Aufgaben und zusätzliche Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt werden.
- Der Schüler/die Schülerin bearbeitet die Aufgaben aus dem Förderplan zu Hause und während des Förderunterrichts möglichst selbständig, aber mit der notwendigen Hilfe und unter Aufsicht des Förderlehrers.
- Die erreichten Lernfortschritte werden am Ende der Aufarbeitungsphase durch einen vom Fachlehrer erstellten abschließenden Test überprüft, dessen Ergebnis auf dem Zettel im Arbeitsheft vermerkt und so auch den Erziehungsberechtigten mitgeteilt wird. Die Ergebnisse dieses Tests sollen bei der Zensurenfindung für die Zeugnisnoten mit einbezogen werden und so helfen, die Zahl der nicht ausreichenden Zeugnisnoten zu reduzieren.
- Die Förderung erfolgt parallel zum Förderunterricht der Jahrgangsstufe für mindestens eine Unterrichtsstunde pro Woche. Nach dieser Stunde kann der Schüler/die Schülerin in den anderen Förderunterricht oder bei Bedarf in die Fördergruppe eines zweiten Faches wechseln.
- Ab Klasse 8 können in Freiarbeit die von den einzelnen Fachkonferenzen zusammengestellten Arbeitsblätter gelöst werden. Diese Arbeitsblätter mit Selbstkontrolle stehen nur für den Förderunterricht zur Verfügung. In den Stoffverteilungsplänen sind Hinweise für mögliche Aufgaben im Förderunterricht enthalten.
- Durch Computer- und Laptop-Einsatz wird der Förderunterricht mit Lernprogrammen ergänzt.
- Die Eltern leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7 bis "10 werden per Anschreiben aufgefordert, ihre Kinder am Förderunterricht teilnehmen zu lassen.
- Erfolgskontrolle der Förderung am Nachmittag
- Erfolge der Förderung sind nur individuell feststellbar. Nach der individuellen Hilfeleistung im Förderunterricht kann der Lehrer/die Lehrerin durch gezielte mündliche und schriftliche Fragen und Aufgaben überprüfen, ob Lernfortschritte gemacht wurden. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer können in einer qualifizierteren mündlichen Mitarbeit einzelner Schülerinnen und Schüler im Unterricht Fördererfolge erkennen.
- Die Erfolgskontrolle für die Schülerinnen und Schüler, die eine nicht ausreichende Leistung in einer Klassenarbeit aufarbeiten erfolgt, wie beschrieben, durch einen schriftlichen Test.
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Förderunterricht
Für die individuelle Förderung einzelner Schülerinnen und Schüler am Nachmittag braucht man zusätzliches Übungsmaterial wie Arbeitsblätter, Anschauungsmittel, Lernspiele und Computer-Lernprogramme.
Gute Arbeitsblätter sollen von allen Fachkolleginnen und Fachkollegen in einem Ordner gesammelt werden. Dieser Ordner wird dann im Fotokopierraum aufbewahrt, damit das Material jederzeit allen Förderkollegen/Innen zur Verfügung steht.
Für die Aufarbeitung nicht ausreichender Klassenarbeiten erstellen die Fachlehrerinnen und Fachlehrer für jeden Schüler/jede Schülerin einen individuellen Förderplan mit den entsprechende Aufgaben und Arbeitsmaterialien.
Die Fachkonferenzen beschließen über die Anschaffung zusätzlicher Fördermaterialien, die notwendig sind für eine erfolgreiche Förderarbeit.
1. Problembeschreibung und Förderempfehlung nach nicht ausreichenden Leistungen
Hallo _______________________,
leider sind die Leistungen, die du in dieser Klassenarbeit erbracht hast, nicht mehr ausreichend. Du scheinst besondere Probleme in folgenden Bereichen zu haben:
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___________________________________________________________________________
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Du musst darum ab sofort am Förderunterricht der Klassenstufe teilnehmen, so dass die in der Arbeit erkennbar gewordenen Wissenslücken gezielt aufgearbeitet werden können. Dazu erhältst du einen Förderplan. Die Teilnahme dauert so lange, bis du das dir zugeteilte Material vollständig bearbeitet und den Abschlusstest geschrieben hast.
Termin des nächsten Förderunterrichts: _____________________
Lengerich, den ________________ _____________________________
(Fachlehrer)
2. Erklärung des/der Erziehungsberechtigten:
Ich habe das nicht ausreichende Ergebnis der Klassenarbeit zur Kenntnis genommen und bin darüber informiert, dass mein Sohn / meine Tochter ab sofort am Förderunterricht teilnimmt.
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(Unterschrift der/des Erziehungsberechtigten)
3. Bescheinigung
_______________________ hat im Zeitraum vom _____________ bis zum ______________
am Förderunterricht der Klassenstufe teilgenommen. Hierbei wurden die Themen der Klassenarbeit nachgearbeitet. Im Abschlusstest hat er/sie die Note _____________________
erreicht. Sie wird als zusätzliche Note bei der Zensurenfindung für das Zeugnis berücksichtigt.
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(Unterschrift des Lehrers/der Lehrerin)
Förderunterricht im LRS-Bereich
I. Theoretische Vorüberlegungen
In den Ausführungen haben wir uns auf den LRS-Experten Norbert Sommer-Stumpenhorst bezogen. Nach Sommer-Stumpenhorst kann der LRS-Begriff nur an mehreren Faktoren festgemacht werden. Es gibt keine Einzelursache.
Für die gezielte Förderung ist es wichtig:
a) Das Bedingungsgefüge der Lese-Rechtschreibschwäche genau zu kennen.
b) Die Lernsituation der Schüler genau zu analysieren.
Bedingungen sind:
a) schulische (didaktische und methodische Überlegungen)
b) soziale (häusliches Umfeld)
c) emotionale (Lernfreude, Unmut)
d) kognitive (Stand der Lese-Schreibfertigkeit)
e) physiologische (Motorik, Seh- und Hörfähigkeit)
Sommer-Stumpenhorst gibt weitere konkrete Risikofaktoren an:
a) Auffälligkeit in der Motorik
b) Lateralität
c) Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung
d) Visuelle Wahrnehmung
e) Konzentrationsschwierigkeiten
1) Organische Schwächen
g) Soziale Schwierigkeiten
II. Durchführung des LRS-Förderprogrammes in den Klassen 5 und 6
1) In den ersten acht Wochen findet ein Team-Teaching des Deutsch- und des LRS-Lehrers in der Klasse 5 statt. Nach ca. acht Wochen erfolgt ein Überprüfungsdiktat im Klassenverband zur Feststellung der Lese-Rechtschreibschwäche. Zu Beginn des 6. Schuljahres wird erneut das Überprüfungsdiktat geschrieben. Die Auswertung nehmen der Deutschlehrer und/oder der LRS-Lehrer vor. Je nach Fehlerhäufigkeit bzw. Fehlertypus erfolgt eine gezielte, individuelle Förderung (siehe Anlagen 1 und 2). Zum Beispiel sind die häufigsten Fehler bei LRS-Schülern in der Laut-Buchstaben-Zuordnung (LB, LD, LV): bressen-pressen, schpinnen-spinnen.
2) Einrichtung der Fördergruppen:
Die Gruppenstärke sollte acht Schüler nicht übersteigen.
Es wird eine sog. Warteliste eingerichtet. Schüler können nachrücken bei:
a) Erfolg
b) Unwilligkeit
Fördergruppen sollen für mindestens ein Schulhalbjahr eingerichtet werden. Angemessen sind zwei Wochenstunden, die vorzugsweise im Vormittagsunterricht stattfinden. Die Stunden sollten als Einzelstunden unterrichtet werden.
3) Eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachlehrer ist unbedingt erforderlich, da LRS-Schülern bei der Erstellung einer schriftlichen Übung längere Zeit zur Verfügung gestellt werden muss.
Der Austausch zwischen LRS-Lehrern und Fachlehrern kann erfolgen durch
a) die Erprobungsstufenkonferenz
b) Bekanntgabe der LRS-Schüler.
Es ist wünschenswert, dass der Deutschlehrer gleichzeitig auch LRS unterrichtet, da ein LRS-Schüler im sprachlichen Bereich zurückhaltend bewertet werden muss.
4) Es erfolgt eine schriftliche Elterninformation über die LRS-Schwäche des Schülers durch den Klassenlehrer.
5) Über die Teilnahme am LRS-Unterricht kann eine Bemerkung auf dem Zeugnis erfolgen.
III. Einsatz vorhandenen Fördermaterials im LRS-Unterricht
a) Abschreibtexte 1, 2, 3
b) Texte korrigieren 1: Lesen, was das steht
Texte korrigieren 2: Wortarten bestimmen
c) Textauswertung
d) Unterscheidung langer, kurzer Vokale (Bildkartenübungen)
e) Laute heraushören
f) Lautkartei und Reimübungen
g) Lernkartei mit zugehöriger Diskette
h) Lesekartei
Entsprechend des Fehlertypus werden die oben aufgeführten Materialien eingesetzt.
IV Überprüfung der Ergebnisse der Förderung
a) Wiederholung des Überprüfungsdiktates
b) Selbstkontrolle in jeder Stunde
V. Fördermaßnahmen nach Klasse 6
Wenn Leistungsdefizite am Ende der Klasse 6 nicht abgebaut werden konnten, informiert die Schule die Erziehungsberechtigten über geeignete außerschulische Förder- und Therapiemöglichkeiten. Dazu muss folgender Weg eingehalten werden:
1) Die Hauptschule erstellt einen Bericht über bisherige Fördermaßnahmen.
2) Dieser Bericht wird an das Schulamt weitergeleitet.
3) Das Schulamt entscheidet positiv/negativ über die Maßnahme.
4) Der LRS-Beauftragte für den Kreis Steinfurt wird eingeschaltet.
5) Der LRS-Beauftragte führt Beratungsgespräche mit den Eltern und Schülern.
6) Der Schüler wird erneut getestet.
7) Es werden Therapievorschläge mit den Eltern besprochen.
Deutsch Förderprogramm für die Klassen 5/6
Die Gutenberg-Schule beteiligt sich seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 am
Förderprogramm für die Klassen 5und 6 des Landes Nordrhein-Westfalen. Das bedeutet die Schaffung kleiner Klassen (18 - 20 Schüler), Erhöhung der Pflichtstundenzahl auf 30
Stunden pro Woche und vier zusätzliche Förderstunden im Nachmittagsbereich.
Feststellung des Förderbedarfs:
1. Die Lesefähigkeit wird mit Hilfe eines für die 5. Klassen erstellten Fragebogens erfasst, der allgemein zugänglich ist, Daraus ergibt sich eine Differenzierung in drei Gruppen.
2. Der Ist-Wert für Rechtschreibfähigkeiten wird durch ein Normdiktat (z.B. „Spinnendiktat“) mit individueller Fehleranalyse erfasst.
3. Das mündliche Ausdrucksvermögen wird festgestellt durch die Arbeit mit ausgewählten Texten (Textverstehen und Wiedergabe).
a) Förderunterricht im Vormittagsbereich
Maßnahmenkatalog:
- Differenzierung in kleine Gruppen im Vormittags-Förderunterricht
- Unterricht durch die Deutschlehrer der Klassen, verstärkt durch weitere Fachkräfte
- Lektüre zum Sinn erfassenden Lesen
- tägliches Satzdiktat, mit dem Ziel der Selbstkontrolle
- gezieltes Bearbeiten falsch geschriebener Wörter
- Arbeit mit individueller Wortkartei und Wörterbuch
- Arbeitsblätter zu aktuellen Rechtschreibproblemen aus dem Deutschunterricht
- Erzählen und Zuhören
- Gespräche führen
- sich sachbezogen verständigen
- Sprachvarianten verwenden
b) Förderung im Nachmittagsbereich
- Erstellung von Hausaufgaben unter individueller Betreuung durch Fachlehrer
- Freiarbeit mit Arbeitsmappe zur Rechtschreibung
(Arbeitsmappe: Rechtschreiben 1, Stockmann Verlag)
- individuelle Schwerpunktübungen
- Lern- und Konzentrationsspiele
Überprüfung der Ergebnisse
· erneute Ist-Wert-Ermittlung nach Abschluss einer Übungssequenz mit dem selben Testschema wie anfangs
Voraussetzungen für die Durchführung des Programms
· Pause von 14.40 — 14.50Uhr mit Klingelzeichen
· Bereitstellung von Material für Konzentrations- und Lernspiele
· kleine Gruppen
· Differenzierung nach Klassen mit der Möglichkeit einer fächerspezifischen Einteilung
