Einsatz der Neuen Technologien
Die zunehmende Bedeutung der modernen Information- und Kommunikationstechniken sowohl im privaten, als auch in besonderer Weise im beruflichen Bereich, macht es notwenig, unseren Schülern ausreichende Kenntnisse im Umgang mit dem Computer, der gebräuchlichen Standartsoftware und der Handhabung der Internettechniken zu vermitteln. Da nur wenige Schüler über einen eigenen Computer und von diesen wiederum nur einige über einen Internetzugang verfügen, sieht die Schule eine Aufgabe darin, gleiche Startbedingungen für alle Schülerinnen und Schüler beim Einstieg in die Berufswelt zu schaffen. Daneben lassen sich die Ziele der Medienpädagogik wie
· Kompetenz beim Auswählen und Nutzen von Medienangeboten
· die Fähigkeit zum Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen sowie
· die Fähigkeit zum Verstehen und Bewerten von Mediengestaltung
beim Umgang mit den neuen Technologien gezielt verwirklichen. Die Arbeit am und mit dem Computer findet an der Gutenberg-Schule organisatorisch in vier parallelen Bereichen statt.
1. Die Grundbildung in den Informations- und Kommunikationstechniken
(GRIN)
Die in den Richtlinien geforderte 60-stündige Grundbildung wird überwiegend in den Fächern Deutsch (Textverarbeitung), Technik (Zeichnen, Prozessdatenverarbeitung) und Mathematik (Tabellenkalkulation) geleistet und ist folgendermaßen aufgebaut:
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Deutsch
(20 Std.)
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Technik
(30 Std.)
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Mathematik
(min. 10 Std.)
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Klasse 7
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Einführung in das Technische Zeichnen
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Tabellenkalkulation: z. B. Umfang und Fläche, Volumen, Prozentrechnung
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Klasse 8
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Lebenslauf
Projekt Zeitung
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Zeichnen am Computer
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Tabellenkalkulation: z. B. Mittelwert, Dreisatz, Berechnungen am Trapez
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Klasse 9
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Bewerbung
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Ampelsteuerung mit dem Computer
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Tabellenkalkulation: z. B. Pythagoras, Kreisberechnungen
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Klasse 10 A
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Geschäftsbrief
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Tabellenkalkulation:
z. B. umgekehrt proportionale Zuordnungen, Zinsen
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Klasse 10 B
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Tabellenkalkulation:
z. B. Kegel und Pyramide, Statistik, Trigonometrie
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2. Die Nutzung des Computers im Fachunterricht
2.1 Einsatz von spezieller Lernsoftware
Das Angebot an guter Lernsoftware, die sich auch für den unterrichtlichen Einsatz eignet, ist zurzeit leider noch eingeschränkt, da die meisten Hersteller dieser Programme auf Grund der besseren Absatzmöglichkeiten mit ihrem Angebot eher den privaten Nutzer in Form von umfangreichen Programmen zum Selbstlernen erreichen wollen. Diese Art von Software ist aber für die Arbeit im Unterricht oft nur bedingt tauglich und häufig auch sehr teuer. Besser geeignet sind kleinere Programme, die sich gezielt mit bestimmten Themenbereichen befassen und den Unterrichtsinhalten angepasst werden können. Aus diesem Grund beschränkt sich ihre Nutzung an unserer Schule momentan noch auf die Fächer Erdkunde (AV-Geotrainer), Englisch (tmx-Sprachtrainer, logimaxx), Deutsch (Alfons Lernwelt 5/6, Klett-online) und Mathematik (geonext).
2.2 Die Erstellung von HTML-Seiten
Die Erstellung von HTML-Seiten kommt besondere Bedeutung zu, denn mit ihr lassen sich zahlreiche Ziele verwirklichen, u. a. folgende:
· Fähigkeit der Handhabung von HTML-Editoren (z. B. Publisher, Word, Mediator)
· Verständnis der Struktur von verlinkten Seiten, Kenntnisse über mögliche Arten der Verlinkung
· Gestalten und Verbreiten von eigenen Medienbeiträgen
· Verstehen und Bewerten von Mediengestaltung.
Möglichkeiten des Einsatzes gibt es in vielen Fächern, hier einige Themenbeispiele:
· Erdkunde: „Klimazonen der Erde“, „Die Planeten unseres
Sonnensystems“
· Deutsch: „Eine Geschichte, viele Ausgänge“
· Technik: „Erneuerbare Energien“
· Geschichte: „Die Französische Revolution“ dargestellt aus
der Sicht verschiedener Teilnehmer (Bauer,
Kaufmann, Adeliger…)
2.3 Die Arbeit mit dem Internet
Der zunehmende Einfluss des Internets auf viele Bereiche des täglichen Lebens macht es notwendig, die Schüler im Umgang mit diesem neuen Medium zu schulen. Dabei sollen folgende Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden.
· Handhabung der Technik und der Software (Browser, FTP-Programme, e-mails, usw.)
· Gezielte Suche und Auswahl mit Hilfe von Suchmaschinen
· Beurteilung und Bewertung von Angeboten, sinnvolle Auswahl
· Verbreiten eigener Beiträge im Internet (z. B. Schulhomepage, Newsgroups, Nutzung des Internets als Kommunikationsmittel (z. B. Newsgroups, e-mail, e-commerce)
· Gefahren im Internet
a) technische Gefahren (Viren, Eindringen in gesicherte Bereiche, Schutz durch Passwörter, Ausspähen von Daten usw.)
b) inhaltliche Gefahren (z. B. extreme politische oder rassistische Inhalte, Pornographie, Verführung zum Kauf oder zu Vertragsabschlüssen).
Die Arbeit mit dem Internet ist an kein bestimmtes Fach gebunden und kann in allen Fächern sinnvoll eingesetzt werden. Die Informationsrecherche ist beispielsweise überall dort angebracht, wo Schüler selbstständig mit der Erstellung von Referaten oder Gruppenarbeit beschäftigt sind. Hier einige Beispiele:
Erdkunde Klasse 7: „Die Planeten unseres Sonnensystems“
Erdkunde Klasse 9/10: „Großmächte im Wandel – Ein Land unter der Lupe“
Technik Klasse 10: „Erneuerbare Energien“
Um zu gewährleisten, dass wirklich alle Schüler über die notwendigen Grundlagen für die Arbeit im Internet verfügen, ist geplant, in den achten Klassen zu Beginn des Schuljahres Projekttage durchzuführen, in deren Verlauf die Schüler dieses Jahrgangs den „Internetführerschein“ erwerben sollen. Sie erlernen hierbei die grundlegenden Techniken, die ihnen den Zugang zum Internet und die Teilnahme am weltweiten Datenaustausch ermöglichen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass alle Schüler in der Lage sind, die anschließende unterrichtliche Arbeit im Internet erfolgreich durchzuführen.
2.4 Erstellung und Auswertung von Fragebögen
Insbesondere in den Fächern der Gesellschafts- und Arbeitslehre, aber auch im Fach Mathematik wird immer wieder mit Statistiken und Diagrammen gearbeitet, ohne dass den Schülern die Herkunft oder der Entstehungsprozess dieser Darstellungsformen von Untersuchungsergebnissen bekannt wird. Die tägliche Benutzung solcher Zahlen bzw. Aussagen in unseren Medien und die Möglichkeiten der Einflussnahme auf das öffentliche Meinungsbild machen es aber erforderlich, dass mündige Bürger um die Entstehung und die Abhängigkeiten dieser Dinge wissen.
Eine Software wie das vom Statistischen Bundesamt kostenlos zur Verfügung gestellte und an unserer Schule genutzte Programm „WIN-STAT“ bietet die Möglichkeit, Fragebögen zu erarbeiten, sie auszuwerten und die Ergebnisse dann in Form von Tabellen oder Diagrammen darzustellen. Die Schüler erfahren so, wie Wahlprognosen, Ergebnisse von Meinungsumfragen und andere Erhebungen, durch die Zusammenfassung vieler Einzelwerte gebildete Aussagen entstehen. Ihnen wird auch deutlich, dass die Ergebnisse z. B. durch die Art der Fragestellung beeinflussbar sind.
Mögliche Themen für die Arbeit im Unterricht können sein:
· „Das Fernsehverhalten der Schüler unserer Schule“
(Deutsch, Wirtschaftslehre)
· „Arbeitslosigkeit bei Männern und Frauen“
(Wirtschaftslehre, Geschichte)
· „Vollzeit/Teilzeit und Alter/Geschlecht“
(Wirtschaftslehre, Geschichte)
· „Wahlprognose in Lengerich“
(Geschichte, Politik)
· „Kaufverhalten der Lengericher“
(Wirtschaftslehre, Haushaltslehre)
· „Meinungsbild zu… z. B. Gemptgelände
(Erdkunde)
3. Computereinsatz im Wahlpflichtunterricht
In Ergänzung zu den im Fachunterricht erworbenen Grundkenntnissen bietet der Wahlpflichtunterricht in den Klassen 7 und 8 sowie der Projektunterricht in den Klassen 9 und 10 A die Möglichkeit, besonders interessierten Schülern weitergehende Kenntnisse im Umgang mit dem Computer zu vermitteln.
Im Wahlpflichtunterricht 7/8 ist es einmal die Standardsoftware wie Textverarbeitung, vor allem aber die Datenbank und Tabellenkalkulation, mit der man sich über die normale Einführung hinaus befasst. Weiterhin bietet die Prozessdatenverarbeitung in Form von einfachen Robotersteuerungen (Fischertechnik) oder die Arbeit mit dem Styro-Plotter interessante Möglichkeiten (z. B. Modell der Lengericher Altstadt), die zudem mit dem eigenen Computer zu Hause wegen der erforderlichen technischen Ausstattung in den meisten Fällen nicht verwirklicht werden können.
Der Projektunterricht der Klassen 9 und 10 A wird überwiegend dazu genutzt, die in der achten Klasse erworbenen Kenntnisse im Umgang mit dem Internet zu vertiefen (verfeinerte Suche, e-mail, Newsgroups, Chat, usw.) Des Weiteren werden Medienbeiträge in Form von Websites untersucht und in Hinsicht auf Anschaulichkeit, Navigation, Themenfindung und Ladezeiten beurteilt. Als letzter Schritt erfolgt dann die Erstellung eigener Websites zu Themen wie „Unsere Gruppe stellt sich vor“, „Unser Planetensystem“ oder „Die Schulhomepage“.
Die technische Ausstattung und weitere Planungen
Zurzeit verfügt die Gutenberg-Schule über einen Computerraum mit 12 Schülerrechnern und einem Lehrergerät. Alle Computer sind über ein Netzwerk miteinander verbunden, das von einem Windows 2000-Server mit zwei, sich spiegelnden Festplatten verwaltet wird. Seit dem Jahr 2002 steht der Schule ein kostenloser DSL-Anschluss zur Verfügung, über den die Verbindung zum Internet schnell und reibungslos erfolgt. Ein fest eingebauter und mit dem Lehrerrechner verbundener Beamer unterstützt die Kollegen bei ihrer Arbeit.
Neben dem Computerraum verfügt die Gutenberg-Schule über einen Satz von 12 Laptops, die zusammen mit dem erforderlichen Material für ein Funknetz aus den Mitteln der „e-nitiative nrw“ angeschafft wurden. Vier, im Jahr 2001 angeschaffte Geräte (800 Mhz) und acht neue Laptops (2,4 Ghz) können durch das Funknetz, das in fast allen Klassen- und Fachräumen zur Verfügung steht, Verbindung mit dem Schulnetz und so auch mit dem Internet aufnehmen. Zu der Anlage gehört ein Laserdrucker, der ebenfalls funkgesteuert zusammen mit den Laptops eingesetzt werden kann.
Die Gutenberg-Schule hat sich für diese Lösung entschlossen, weil sie gegenüber der festen Verkabelung einzelner Räume Vorteile bietet. Diese liegen in der Unabhängigkeit von einem Computerraum bei gleichzeitiger Verfügbarkeit einer ausreichenden Zahl von Rechnern auch für eine ganze Klasse und in der Möglichkeit, die Geräte nach Beendigung der Arbeit wieder unter Verschluss nehmen zu können, was bei fest installierten Geräten in den Klassenräumen nicht möglich ist. Außerdem bieten die Laptops in Verbindung mit einem mobilen Beamer die Möglichkeit, Filme, Referate und andere Präsentationen in jedem Raum der Schule vorführen zu können.
Aus heutiger Sicht ist die technische Ausstattung damit zunächst abgeschlossen und vorhandene Mittel sind dann überwiegend für die Wartung und Ersatzbeschaffung einzusetzen. Ein Schwerpunkt der Planung ist in naher Zukunft die schulinterne Lehrerfortbildung. So müssen Kolleginnen und Kollegen mit der neuen Funktechnik vertraut gemacht und in den Umgang mit den Laptops, Beamer und funkgesteuertem Drucker eingewiesen werden. Außerdem sollen Angebote für die Arbeit mit Powerpoint und zum Thema „Neue Medien im Fachunterricht“ gemacht werden.
Zielvorstellungen
Die Verwirklichung folgender Ziele wird in nächster Zeit vorrangig angestrebt:
· Stärkere Nutzung der Neuen Technologien durch weitere schulinterne Lehrerfortbildung zu den Themen:
o „Erstellung von Websites“
o „Tabellenkalkulation mit Mathematikunterricht“
o „Einsatzmöglichkeiten des Internets im Unterricht“
o „Erstellung und Auswertung von Fragebögen mit WIN-STAT“
o „Lernprogramme im Englischunterricht“
· Projekttage am Anfang des Schuljahres für die Schülerinnen und Schüler der achten Klassen zur Erlangung des „Internetführerscheins“
· Erstellung eines Konzeptes für den Bereich der Computer-Arbeitsgemeinschaften
· Einbeziehung der digitalen Fotobearbeitung in die Unterrichtsarbeit im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften oder im Wahlpflichtbereich
· Übungen zum Erstellen von Referaten unter Verwendung des Internets und digitaler Lexika
· Einbeziehung des Computers in das Unterrichtsthema „Comics“ im Fach Deutsch in Klasse 7.
